Mit dem MusikMobil zum SWR Symphonieorchester

Klosterschule vom Hl Grab MusikMobil 1

Ein Probenbesuch im Konzerthaus Freiburg

 

Einen Blick hinter die Kulissen eines großen Orchesters werfen, Musik nicht nur hören, sondern wirklich erleben – genau das hat uns das MusikMobil ermöglicht, ein Projekt der Hochschule für Musik Karlsruhe.

Am Donnerstag, 16. April 2026, wurden wir direkt an der Klosterschule abgeholt und nach Freiburg zum SWR Symphonieorchester gebracht – und so ging es später auch wieder zurück. Ein ganzer Probenbesuch, ganz unkompliziert und kostenlos!

Nach der Ankunft nahm uns die Musikvermittlerin Carolina Nees mit in die Welt hinter dem Orchester. Plötzlich bekamen Zahlen eine Bedeutung: rund 140 Musikerinnen und Musiker hat das Orchester insgesamt, etwa 100 davon auf der Bühne. Man konnte gut erahnen, was es bedeutet, ein Orchester dieser Größe zusammenzuhalten – und wie viel Präzision dafür nötig ist.

Richtig lebendig wurde es im Gespräch mit dem Geiger Alexander Knaak. Seit über 20 Jahren im Orchester, erzählte er, wie alles bei ihm begonnen hat: mit großartigen Erfahrungen in Jugendorchestern, gemeinsam mit anderen, die dieselbe Begeisterung für Musik teilen, und dann den ersten Auftritten in beeindruckenden Konzertsälen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie viel Arbeit bis heute dahintersteckt: Proben, Üben, Konzerte – und zwar jeden Tag. Und natürlich wollten wir auch wissen, ob auf der Bühne wirklich immer alles perfekt läuft.

Dann ging es in den Saal – und plötzlich war man mittendrin. Wir saßen nur etwa einen Meter vor dem Orchester, so nah, dass es sich fast wie ein Platz im Orchestergraben anfühlte. Man war nicht mehr nur Zuhörer, sondern Teil des Geschehens. Vor uns wurde an „Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss für die Pfingstfestspiele in Baden-Baden gearbeitet.

Diese 30 Minuten waren unglaublich intensiv: höchste Konzentration, feinste Abstimmungen – und vor allem diese rasend schnellen Finger. Unter der Leitung des Chefdirigenten François-Xavier Roth wurde an kleinsten Details gearbeitet. Er begrüßte uns sehr freundlich – und als wir schon wieder gehen mussten, meinte er lächelnd: „Oh, wie schade.“

Im Nachgespräch war schnell klar, was alle besonders beeindruckt hat: die Virtuosität und die unglaubliche Geschwindigkeit. Oder, wie es ein Schüler perfekt zusammenfasste: „Die spielen schneller, als ich beim Zocken klicken kann.“

Am Ende ging es zurück zur Schule – mit vielen Eindrücken und einem ganz neuen Gefühl dafür, wie Musik auf höchstem Niveau entsteht. Wir möchten uns ganz herzlich für dieses besondere Erlebnis bedanken.

Nach diesem Probenbesuch werden wir voraussichtlich die Möglichkeit nutzen, „Der Rosenkavalier“ an Pfingsten auch live im Festspielhaus Baden-Baden zu erleben – das wäre jedenfalls eine schöne Fortsetzung dieses Tages.

Florian Deny