Caritas-Neigungsfach in Klasse 10
Im Schuljahr 2025/26 wurde an der Klosterschule zum dritten Mal ein soziales Neigungsfach in Zusammenarbeit mit dem städtischen Caritasverband angeboten. Ausgangspunkt war dabei das Baden-Badener Stadtmotto „The good-good life“. Für viele Menschen in der Stadt entspricht dieses Leitbild jedoch kaum ihrer tatsächlichen Lebenssituation. Dazu zählen etwa Menschen mit psychischen Erkrankungen, Personen ohne finanzielle Mittel, Bewohnerinnen und Bewohner von Stadtteilen mit besonderem Förderbedarf sowie wohnungslose oder pflegebedürftige Menschen – sie alle gehören zu Baden-Baden.
Mit genau diesen Lebensrealitäten setzte sich das soziale Neigungsfach auseinander. Die 16 teilnehmenden Jugendlichen der zehnten Klassen besuchten einzeln oder in Zweierteams jeweils drei Einrichtungen des Caritasverbandes. Dort erhielten sie Einblicke in die Arbeit haupt- und ehrenamtlicher Mitarbeitender, die Menschen aus den genannten sowie weiteren gesellschaftlichen Gruppen unterstützen.
Im Mittelpunkt stand das Ziel, die soziale Situation in Baden-Baden besser kennenzulernen – insbesondere durch persönliche Begegnungen mit Menschen, die Hilfe durch die Caritas erfahren, ebenso wie mit denjenigen, die sich dort engagieren. Viele Schülerinnen und Schüler hoben hervor, dass die Mitarbeitenden der Caritas einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Stadtmotto für mehr Menschen erlebbar zu machen.
Das soziale Neigungsfach ist Teil der langjährigen Kooperation zwischen der Klosterschule und dem städtischen Caritasverband. Möglich wurde es erneut nur durch das große Engagement der Mitarbeitenden des Verbandes. Vielen Dank dafür!
Michael Weber
Die Teilnehmenden berichten:
Tagesstätte Cité
Bei unserer Exkursion in die Tagesstätte Cité der Caritas haben wir viel über den Umgang mit älteren Menschen und Menschen mit Einschränkungen gelernt. Die Bewohner waren sehr herzlich und offen, auch wenn manche Situationen zuerst ungewohnt waren. Besonders Spaß gemacht hat uns das gemeinsame Spielen und Vorlesen. Dabei konnten wir viele nette Gespräche führen und wurden freundlich aufgenommen. Insgesamt war es ein schöner und interessanter Besuch mit vielen neuen Eindrücken.
Olympia Krahtov
Tagesstätte Steinbach
Die Tagesstätte Steinbach ist eine sehr schöne Einrichtung. Hier haben ältere Menschen die Möglichkeit, aus ihren Wohnungen rauszukommen und an diversen Aktivitäten, wie z. B. Bowling oder Spaziergängen durch den Garten, teilzunehmen oder sich mit anderen Gästen zu unterhalten. Sie freuen sich auch immer, wenn jüngere Leute zu Besuch kommen, und genießen die Abwechslung durch z. B. Schüler, die über „Compassion“ oder das „Soziale Neigungsfach“ in die Einrichtung kommen. Insgesamt ist die Tagesstätte Steinbach ein sehr schöner Ort und eine Möglichkeit für die Menschen, dort Abwechslung in ihren Alltag zu bekommen, die sie sonst nicht hätten.
Caroline Hartmann
Vincentiushaus
Der Besuch im Vincentiushaus in Baden-Baden war eine sehr schöne und interessante Erfahrung. Dort leben ältere Menschen, die im Alltag Unterstützung und Pflege bekommen. Das Vincentiushaus ist ein Pflegeheim mit kleinen Wohngruppen und einer familiären Atmosphäre, in der die Bewohner gemeinsam ihren Alltag verbringen. Während des Besuchs hatte man die Möglichkeit, Zeit mit den Bewohnern zu verbringen und mit ihnen zu reden. Besonders schön war es, Geschichten aus ihrem Leben zu hören und zu sehen, wie sehr sie sich über den Besuch gefreut haben. Insgesamt war es ein schöner Besuch, bei dem man viel über den Umgang mit älteren Menschen lernen und viele neue Eindrücke sammeln konnte.
Paula Schurer
Hausaufgabenhilfe (Stadtteilzentrum)
Die Türen der Hausaufgabenhilfe im Stadtteilzentrum stehen allen Kindern, die Unterstützung bei ihren Hausaufgaben brauchen, immer offen. Die Festangestellte sowie mehrere Ehrenamtliche sind mit ihrer freundlichen, aufgeweckten Art stets bereit, den Kindern zu helfen.
Bei unseren Besuchen haben die Schulkinder aller Altersgruppen fleißig ihre Hausaufgaben erledigt und haben danach manchmal noch aufgeregt über ihren Schultag berichtet oder zum Beispiel Memory gespielt.
Der Besuch hat uns beigebracht, dass man Kindern schon mit kleinen Gesten, wie beim Hausaufgabenhelfen, eine große Freude bereiten kann.
Fiona Cristea, Hannah Zeitsch
Kindertreff (Stadtteilzentrum)
Der Kindertreff im Stadtteilzentrum Baden-Baden war eine sehr schöne Erfahrung. Die Kinder dort waren alle super nett und offen, wodurch man schnell mit ihnen ins Gespräch kommen konnte. Besonders schön war, dass die Kinder ohne Anmeldung kommen konnten und dadurch jeder herzlich willkommen war. Bei gutem Wetter konnte man draußen spielen und gemeinsam Zeit an der frischen Luft verbringen. Außerdem gab es einen Jugendtreff, wo man sich mit Freunden treffen, zocken oder verschiedene Spiele spielen konnte. Insgesamt herrschte dort eine sehr freundliche und entspannte Atmosphäre.
Justus Kühn
Jungstreff (Stadtteilzentrum)
Der Jungstreff von der Caritas in Baden-Baden war eine gute Erfahrung. Die Jungs zwischen 8 und 13 Jahren waren sehr aktiv und hatten Spaß beim Basketballspielen. Es war schön, mit ihnen zu spielen und darauf zu achten, dass alles fair läuft. Mir hat gefallen, Zeit mit ihnen zu verbringen und ihnen etwas Freude zu machen.
Johann Stake
Hausaufgabenhilfe (Brücke 99)
Eine Exkursion fand zur Hausaufgabenhilfe in der Brücke 99 statt. Dort wurden Kinder und Jugendliche bei ihren Hausaufgaben unterstützt und konnten Fragen zu verschiedenen Schulfächern stellen. Die Betreuerinnen und Betreuer waren hilfsbereit und sorgten für eine angenehme Lernatmosphäre. Es ist eine gute Möglichkeit für Kinder, die keinen Zugang zu Hilfe haben, Hilfe zu bekommen.
Frederik Gehrke
Kindertreff (Brücke 99)
In der Brücke 99 treffen sich Kinder im Alter von 5-10 Jahren zum gemeinsamen Spielen, während ihre Eltern arbeiten. Das vierköpfige Team bietet ein vielfältiges Programm rund um Spiel und Spaß an. Bei unseren Besuchen haben wir gebastelt und uns sportlich betätigt.
Wir wurden von den Kindern direkt wie Freunde aufgenommen, und die Stimmung war locker und fröhlich.
Aus dem Besuch des Kindertreffs konnten wir vor allem positive Erfahrungen und wundervolle Erinnerungen mitnehmen.
Lucie Baillard, Marie Welsch
Jugendtreff (Brücke 99)
Unser Praktikum im Jugendtreff „Brücke 99“ in Baden-Baden hat uns sehr gut gefallen, weil die Atmosphäre freundlich und offen war. Wir konnten dort viele spannende Aufgaben übernehmen, zum Beispiel mit Gästen Billiard oder FIFA spielen. Besonders schön fanden wir, dass wir viele neue Erfahrungen sammeln und den Alltag in einem Jugendtreff kennenlernen konnten.
Louis Friehe, Ferdinand Roth
Streetwork
Bei unserer Exkursion zum Streetwork haben wir einen Einblick in die Arbeit mit den Jugendlichen bekommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns, wie offen, lustig und einfühlsam die Mitarbeiter mit den Jugendlichen umgegangen sind. Schön war auch zu sehen, wie einige Jungs kurz hereingestürmt sind, um Hallo zu sagen – trotz des großen Altersunterschiedes wirkte der Umgang sehr freundschaftlich und vertraut. Außerdem durften wir die Streetworker nach draußen begleiten und erleben, wie sie Jugendliche ansprechen und zu einem Besuch einladen.
Leticija Busmaite
Geronto-Gruppe „Gesund im Alter“
Bei dem Besuch in der Caritas-Einrichtung habe ich erfahren, dass viele ältere Menschen im Alter durch den Verlust von Angehörigen oft allein sind. Den Kontakt zu den Menschen empfand ich als offen und freundlich. Die Einrichtung hilft den älteren Menschen, ein gutes und soziales Leben im Alter zu führen, auch wenn die eigene Familie weit entfernt lebt oder gar nicht mehr lebt.
Kilian Hölzle
Club 13
Der Club 13 ist ein Treffpunkt für psychisch kranke und gesunde Menschen, der freiwillige Begegnung und Freizeitaktionen bietet. Einmal im Monat organisieren die Mitarbeitenden gemeinsame Aktivitäten und schaffen dabei eine offene und unterstützende Atmosphäre. Die Teilnehmenden haben somit eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Dadurch wird gezeigt, wie wichtig Gemeinschaft, Verständnis und soziale Unterstützung im Alltag sind.
Marie Münscher
Tafelladen
Ehrenamt, helfen und aufmerksam sein – das sind ein paar der Erfahrungen, die wir nach unseren Besuchen im Tafelladen mitgenommen haben.
In der Tafel wurden wir alle herzlich empfangen und durften tatkräftig mithelfen, wodurch wir uns die Arbeit dort noch besser vorstellen konnten. Wie wichtig das Arbeiten in der Tafel wirklich ist, wurde den meisten spätestens dann klar, als sie sehen konnten, wie viele Leute an einem Tag dort ein und aus gehen.
Keiner von uns ging also wieder so nach Hause, wie er gekommen war, sondern konnte viele neue Erfahrungen und neues Wissen mitnehmen.
Marie Welsch
Wohnungslosenhilfe
Die Wohnungslosenhilfe unterstützt obdachlose und sozial benachteiligte Menschen durch Beratung, Betreuung und Hilfe im Alltag. Während des Einblickes führten wir interessante Gespräche mit Betroffenen und erhielten dadurch persönliche Einblicke in deren Lebenssituationen. Besonders beeindruckend war die Offenheit, mit der viele Erfahrungen berichtet wurden. Insgesamt wurden wertvolle Eindrücke gesammelt, die unsere soziale Kompetenz stärken.
Nora Oeldorf

