Im Rahmen des Religionsunterrichts besuchte die Klasse 8b am Fr., 23. Januar 2026, das Kloster Lichtenthal. Die Exkursion fand passend zur aktuellen Unterrichtseinheit „Kirche im Mittelalter“ statt, in der sich die Schülerinnen und Schüler unter anderem mit dem Thema „Leben im Kloster“ auseinandersetzen. Ziel war es, die im Unterricht behandelten Inhalte nicht nur theoretisch zu erarbeiten, sondern sie an einem außerschulischen Lernort anschaulich, lebensnah und in einer besonderen Lernumgebung erfahrbar zu machen.
Schon am Klostertor wurden wir herzlich von Schwester Maria Cordis Much empfangen, die die Klasse während der gesamten Führung begleitete. Obwohl die Exkursion im Rahmen des Religionsunterrichts stattfand, gab es zum Einstieg direkt eine Mathematikaufgabe: Im Kloster Lichtenthal leben seit 781 Jahren ununterbrochen Cistercienserinnen – wann wurde das Kloster gegründet? Nach einer kurzen Bedenkzeit konnten die Schülerinnen und Schüler die Aufgabe lösen: Die Cistercienserinnen-Abtei im Kloster Lichtenthal besteht seit 1245 – eine beeindruckend lange Zeit!
Zu Beginn erklärte Schwester Cordis anhand eines detailreichen Modells des Klosters Lichtenthals den Aufbau eines Klosters mit seinen verschiedenen Gebäuden und Funktionen. Dabei erhielten die Schülerinnen und Schüler einen anschaulichen Überblick darüber, wie klösterliches Leben organisiert ist und wie ein typischer Tagesablauf im Kloster aussieht – sowohl heute als auch im Vergleich zum Mittelalter.
Besonders lebendig wurde der Besuch durch die vielen Fragen der Schülerinnen und Schüler. Diese waren bereits im Religionsunterricht gesammelt worden und hätten im Klassenzimmer kaum so authentisch beantwortet werden können. Im Mittelpunkt standen vor allem alltagsnahe und praxisbezogene Fragen: Gehen die Schwestern auch im Ordensgewand einkaufen? Ist der Tagesablauf heute noch genauso streng getaktet wie im Mittelalter? Schwester Cordis beantwortete jede Frage offen, geduldig und mit viel Humor. Ein besonders eindrucksvoller Moment war, als Schwester Cordis von ihrem eigenen Glaubensweg erzählte und davon berichtete, was sie persönlich ins Kloster geführt hat. Währenddessen waren die Schülerinnen und Schüler mucksmäuschenstill – sichtlich beeindruckt von der Offenheit und der persönlichen Tiefe ihrer Erzählungen.
Anschließend führte der Weg ins Klostermuseum, das die Klasse nur mit speziellen Pantoffeln betreten durfte, um den kostbaren Boden nicht zu verunreinigen. Dort erfuhren die Schülerinnen und Schüler viele spannende „Insider-Geschichten“ aus dem Klosterleben: So hat etwa das traditionelle Weihnachtsgebäck „Springerle“ seinen Ursprung im Kloster, und über die Aufnahme einer neuen Schwester wird bis heute mit weißen und schwarzen Bohnen abgestimmt. Diese Einblicke machten deutlich, wie reich und lebendig die klösterliche Tradition bis in die Gegenwart ist. Am Ende des Museumsbesuchs verewigten sich die Schülerinnen und Schüler im Gästebuch. Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch der Fürstenkapelle, die nur im Rahmen einer Führung zugänglich ist. In dieser besonderen Atmosphäre konnten die Schülerinnen und Schüler noch einmal innehalten und das Erlebte auf sich wirken lassen.
Gerade weil wir eine Klosterschule sind, besitzt diese Exkursion einen besonderen Wert. Sie knüpfte unmittelbar an die Tradition und den spirituellen Hintergrund unserer Schule an und ermöglichte es den Schülerinnen und Schülern, Geschichte, Glaubenspraxis und klösterliches Leben unmittelbar zu erleben. Der Besuch im Kloster Lichtenthal war somit nicht nur eine gelungene Ergänzung zum Unterricht, sondern auch eine nachhaltige Erfahrung, die sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.
Franziska Bühler





