Französisch an der Klosterschule

Eine staatlich anerkannte Privatschule muss sich nur in prüfungsrelevanten Punkten an die Erlasse des Kultusministeriums halten, d. h. in der Wahl der Fremdsprachen in Klasse 5 konnten wir unabhängig von der staatlichen Vorgabe entscheiden. Den staatlichen Schulen war zwar der Beginn der zweiten Fremdsprachen freigestellt, mit Ausnahmen der humanistischen Gymnasien wurde aber Französisch als erste Fremdsprache vorgegeben (was den Weiterbestand des Faches Latein stark gefährdete).

Aufgrund unserer langjährigen positiven Erfahrungen mit Französisch als erster Fremdsprache war unsere Entscheidung, mit einer Lateinklasse und zwei Französischklassen zu beginnen, eine logische Entscheidung. Beide Fremdsprachen legen durch ihre klar strukturierte Grammatik eine sehr gute Grundlage für das Erlernen weiterer Fremdsprachen. Englisch beginnt in Klasse 6 und da dafür genügend Stunden zur Verfügung gestellt werden, ist sichergestellt, dass die Englischkenntnisse der Schüler, wenn sie die Schule verlassen, das Niveau, das von Wirtschaft und Wissenschaft verlangt wird, deutlich übersteigen. (Vgl. dazu "Die Zeit" vom 26.7.07) Bei der Diskussion, mit welcher Fremdsprache begonnen werden soll, ist nicht allein die Zahl der Stunden zu beachten, die für eine Sprache investiert wird, sondern auch die Verteilung der Stunden auf die einzelnen Klassenstufen: Beginnt eine Klasse mit der Fremdsprache in 5, so stehen nicht notwendigerweise mehr Stunden zur Verfügung als für die Sprache, die später beginnt; wichtig ist daher die durchdachte Verteilung der Stunden in beiden Fremdsprachen in den Klassen 5 bis 10.
Es war (und ist gelegentlich) nicht leicht, alle Eltern von unserer Entscheidung zu überzeugen, aber einzig die Problematik eines Umzuges von der Rheinschiene z. B. in den Raum Stuttgart kann kein Grund sein, eine Sprache, die vier Jahre in der Grundschule gelehrt wurde, ein Jahr auf Eis zu legen. Diese Fälle hat es schon immer gegeben, hier tritt die Regelung in Kraft, dass die Note ausgesetzt werden kann, um das Nachlernen zu erleichtern.
Die Entscheidung, mit nur einer Fremdsprache zu beginnen, ist eine logische Konsequenz aus dem Konzept, das seit einigen Jahren zusammen mit dem Unterstufenausschuss und den Unterstufenberaterinnen umgesetzt wird und sich bestens bewährt hat. Die Klassen 5 werden durch ein gleichberechtigtes Klassenlehrerteam durch die Anfangsschwierigkeiten geleitet, der Klasse steht jede Woche eine Klassenlehrerstunde zu, die der Stärkung der Klassengemeinschaft dient und somit hilft, Probleme aller Art früh zu erkennen, eine Klassenfreizeit gleich zu Schuljahresbeginn dient dem Kennenlernen etc. ... Langsam wachsen die Schüler durch diese Aktionen in die neue Situation und in die neuen Anforderungen hinein. Es widerspräche diesem Konzept, die Schüler durch gleich zwei Fremdsprachen und dadurch eine erhöhte Stundenzahl zu sehr fordern.